Auf den Spuren von Brügge sehen… und sterben?

VON NADINE

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Aussicht auf den Rozenhoedkai

„Nachdem ich Beide getötet hatte, habe ich die Kanone in die Themse geschmissen. Ich hab mir die Schmauchspuren auf ner Burger King Toilette weg gewaschen und bin nach Hause gegangen, um Anweisungen abzuwarten. Kurz darauf sind die Anweisungen gekommen: Verpisst Euch aus London, Ihr Wichser! Fahrt nach Brügge! Ich hab nicht mal gewußt wo dieses bescheuerte Brügge ist… Es ist in Belgien“

Und genau dorthin ging es letzte Woche Samstag, in die größte Stadt der Provinz Westflandern in Belgien. Grund für diese Reise? Der Film Brügge sehen… und sterben? des Regisseurs Martin McDonagh (Three Billboards outside Ebbing, Missouri). Dort mussten die zwei ungleichen Gangster Ray (Colin Farell) und Ken (Brendan Gleeson) in dem Städtchen untertauchen. Während Ken von dem mittelalterlichen Ort mit seinen alten Gebäuden und dem Kanal begeistert ist, kann Ray damit überhaupt nichts anfangen: „Wenn ich auf einem Bauernhof aufgewachsen und geistig zurückgeblieben wär, würde mich Brügge vielleicht beeindrucken, aber das bin ich nicht, also tut’s das nicht.“ Na ja, er ist einfach „der schlechteste Tourist auf der Welt.“

Um 6 Uhr ging es gestärkt nach einem Croissant und einem Kaffee los. Vier Stunden dauerte die Fahrt – und zum Glück ohne Stau oder sonstige Vorkommnisse. Bei meinem ersten Besuch ist mitten in Belgien das Navi ausgefallen, natürlich hatten wir auch keine Karte dabei! So kamen wir bei dem zweiten Besuch deutlich entspannter an.

Begonnen haben wir unsere Besichtigung der Stadt, die eine ganze Filmkulisse darstellt, am Minnewaterpark, wo der Pulverturm als Stadttor umfunktioniert wurde.

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Blick auf den Pulverturm im Minnewaterpark

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Kaffee trinken am Wasser

Vom Minnewaterpark ging es weiter in die Altstadt, durch ihre kleinen und verwinkelten Gassen mit ihrem Kopfsteinpflaster und den Brücken. Bis wir schließlich den Marktplatz erreicht haben, wo der Belfried 83 Meter in die Höhe ragt und für den Showdown eine wichtige Rolle spielt. Nach 366 Stufen haben wir es bis nach oben geschafft und konnten unter uns das schöne Brügge mit dem Marktplatz betrachten – der nicht im Nebel lag.

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83 Meter hoher Belfried

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Aussicht vom Belfried

 

Was auf keinen Fall fehlen durfte, war eine Kanalfahrt auf dem Rozenhoedkaai. Stolz berichtete unserer Bootfahrer, als wir an einem Gebäude vorbeikommen, dass er dort mehrmals Colin Forell aus dem Fenster springen gesehen hat.

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Hotel Relais Bourgondish Cruyce, wo Farell und Gleeson im Film unter gekommen sind

Am Jan van Eyckplein Platz saßen Ken und Ray am Ufer und haben über das Leben philosophiert. Heute kann man auf dem Wasser einen riesigen Wal aus Plastik betrachten – das an nur einem Tag am Strand von Hawaii gefunden wurde!

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Jan van Eyckplein Platz in Brügge

Das Groeningemuseum zu besuchen, haben wir zeitlich nicht mehr geschafft. Dafür war ein Tag zu kurz. Dort unterhalten sich die beiden Hauptcharaktere über das Werk „das Jüngste Gericht“ des Malers Hieronymus Boschs. Vielleicht eine Idee für einen weiteren Besuch?

Auf jeden Fall kann ich mich dem Gangster Harry (Ralph Fiennes) anschließen: „Es ist eine Scheißmärchenstadt, wie kann das nichts für einen sein?“

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3 Gedanken zu “Auf den Spuren von Brügge sehen… und sterben?

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