Bücher und Filme für die Weihnachtszeit

Wie ihr wisst, ist heute der zweite Advent, das heißt Halbzeit bis Heiligabend. Grund, ein wenig weihnachtlich auf dem Blog zu werden und euch Empfehlungen für die nächsten Tage und Wochen mit auf dem Weg zu geben. Denn gibt es etwas Gemütlicheres als an kalten Wintertagen einen guten Film oder ein gutes Buch zu lesen?

Beginnen möchte ich mit dem Film Ist das Leben nicht schön? aus dem Jahre 1946.
In schwarz-weiß wird die Geschichte von George Bailey erzählt, der sich an Weihnachten das Leben nehmen möchte. Als er dabei ist, sich von einer Brücke zu stürzen, erscheint ihm der Engel Clarence. Dieser muss sich noch einen Flügel verdienen, um ein vollwertiger Engel zu werden. Clarence zeigt Bailey, wie das Leben abgelaufen wäre, wenn er nie geboren worden wäre.

Ist das Leben nicht schön? macht nachdenklich, gibt Lebensmut und lässt einen mit einem lachenden und weinenden Auge zurück. Er zeigt, wie stark das eigene Leben mit dem von anderen verknüpft ist. Bailey hat im Leben nie das erreicht, was er erreichen wollte. Dennoch hat er vieles geschafft. Also versagt nicht, wenn das Leben eine andere Richtung einschlägt wie geplant 🙂

Als zweites möchte ich euch den Fernsehfilm Zwei Weihnachtsmänner vorstellen, der als Zweiteiler im Jahre 2008 auf Sat.1 lief und in meiner Familie zu einem modernen Klassiker geworden ist. Dort geht es um zwei Männer, die ungleicher nicht sein könnten. Der eine, Tilmann Dilling (Christoph Maria Herbst), ist ein ein erfolgreicher, aber stetig schlecht gelaunter Wirtschaftsanwalt. Der andere, Hilmar Kess (Bastian Pastewka), ist ein erfolgloser Poolnudelvertreter, der in allem etwas Positives findet. Beide sitzen zu Beginn des Films im selben Flugzeug nach Berlin. Doch aufgrund eines schweren Schneesturms ist es nicht möglich dort zu landen und sie stranden daher in Bratislava. Auf ihrem Weg zu ihren Lieben werde sie gejagt, von Tieren angegriffen und treffen auf einen skurrilen Weihnachtsmann (Armin Rohde).

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Der Film war 2008 DAS Gesprächsthema am ersten Weihnachtstag. Auch meine beiden Cousinen sowie ihre Eltern haben Zwei Weihnachtsmänner gesehen und so wurde sich darüber ausgetaucht. Ach weißt du noch die eine Szene, ja und die Verfolgungsjagd… Soll ich den Hamsterwitz erzählen? Dadurch wurde Film noch um einiges witziger und läuft von da an jedes Jahr aufs Neue bei uns.

Ein klassischer Weihnachtsfilm ist Das fliegende Klassenzimmer zwar nicht, gehört für mich dennoch zu Weihnachten dazu. Als ich ein klein war, lief der Film immer an Heiligabend auf dem Ersten oder Zweiten im Fernsehen. Irgendwann wurde das Programm  geändert – für die kleine Nadine ein regelrechter Skandal. Ab da war der Film nur noch auf anderen Programmen versteckt in der Fernsehzeitung zu finden, daher musste die DVD her. Ich bin mit der Verfilmung aus dem Jahre 2003 aufgewachsen, deswegen ist diese mein Favorit. Wenn ihr meinen Vater oder meinen ehemaligen Deutschlehrer fragen würdet, würden die sagen, dass die Modernisierung gar nicht gehe und die Verfilmung aus dem Jahre 1973 sei das einzig Wahre sei. Dabei wurde auch dort viel geändert. Der Film aus 2003 spielt wenigstens, wie im Buch, im Winter. Hinzukommend ist die Klavierbegleitung wunderschön und die Besetzung ist top. Ulrich Noethen spielt Johann „Justus“ Bökh und Sebastian Koch den „Nichtraucher“. Matz wird von Frederick Lau verkörpert.

Das Buch ist ohne Zweifel mein Lieblingskinderbuch von Erich Kästner, zu dem ich in der Weihnachtszeit gerne greife. Es beinhaltet die Themen Freundschaft und Solidarität. Am ängstlichen Ulli wird gezeigt, dass Mut unterschiedliche Formen annehmen kann. Durch diese Thematik spricht es besonders Kinder an und deswegen haben Buch und Film in meinem Herzen einen festen Platz bekommen. Andere Thematiken hingegen wie die Gesellschaftskritik, falscher Gehorsam und das berühmte Zitat „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern“ fallen erst auf, wenn man älter geworden ist und zeigen wie viele wichtige Dinge in dem Fliegenden Klassenzimmer steckt.

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Für die kalten Tage habe ich eine passende Empfehlung für euch, die garantiert die Zimmertemperatur noch weiter sinken lässt: Eine Familie verbringt den Winter über alleine in einem abgelegenen Hotel. Der idyllisch klingende Anfang ist der Beginn des Hororklassikers Shining von Stephen King. Jack Torrance ist nicht der liebende Vater, sondern ist in der Vergangenheit schon mehrmals gewalttätig geworden und hat mit seiner Alkoholsucht zu kämpfen. Während das Haus einen immer größeren Einfluss auf ihn nimmt, beginnt sein Sohn Danny Dinge zu sehen… Nachdem ihr euch mit den Abgründen der menschlichen Psyche beschäftigt habt, Zähe kauernd unter der Bettdecke sitzt,  könnt ihr Kubricks Verfilmung anschließen. Danach ist an Schlafen bestimmt nicht mehr zu denken.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut, dass wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. Nah aus welchem Buch stammt das Zitat? Genau, aus Antoine de Saint-Exupérys Roman Der kleine Prinz. Mit seiner Länge und den vielen schönen Bildern eignet es sich zum Vorlesen für kleinere Verwandten (kann ich mir von jemanden welche ausleihen?). Wie beim Fliegenden Klassenzimmer gibt es auch hier eine Ebene für Erwachsene. Mich hat beim Lesen überrascht, wie gesellschaftskritisch, melancholisch und traurig dieses Buch doch ist.

Euch ist in der Weihnachtszeit mehr nach Romantik zumute? Da kann ich euch Herzklopfen auf Französisch von der Autorin Stephanie Perkins empfehlen. Bitte lasst euch von diesem furchtbaren deutschen Titel nicht abschrecken. Es ist ein charmantes und witziges Buch, dass sich um die Protagonistin Anna dreht, die Filmkritikerin werden möchte und ein Faible für alte schwarz-weiß Horrorklassiker hegt. Aufgrund ihrer Eltern muss sie ihre Freunde in Atlanta zurücklassen und für ein Jahr nach Paris gehen. Für Anna zunächst ein Weltuntergang, da sich ihr Französisch auf wenige Vokabeln beschränkt. Schnell ändert sich ihre Meinung von Paris, was gewiss nicht an einem Jungen namens Étienne liegt.
“Wer steckt schon sein Kind in ein Internat? Das ist ja wie Hogwarts. Nur gibt es in meinem keine schnuckeligen Zauberlehrlinge, Wunderbonbons oder Flugstunden.“ (S.10)

Apropos Hogwarts. Zu Harry Potter und der Stein der Weisen muss ich nichts mehr sagen, oder? Spätestens nach dem Beitrag Das Phänomen Harry Potter müsste deutlich sein, dass ich eine kleine (oder auch größere) Obsession mit der Reihe habe. Daher lese ich zur Weihnachtszeit gerne den ersten Teil, weil dort noch alles so unbeschwert ist (mehr oder weniger zumindest). Ich liebe die Einführung in die magische Welt mit dem kleinen Harry.

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So das waren meine Empfehlungen für euch.
Kenn ihr den Klassiker Ist das Leben nicht schön?
Welche Filme schaut ihr immer zu Weihnachtszeit?
Mit welchen Büchern macht ihr euch in der nächsten Zeit gemütlich?

Ich wünsche euch allen eine wunderschöne Weihnachtszeit!

 

7 Gedanken zu “Bücher und Filme für die Weihnachtszeit

  1. In der Adventszeit flimmern bei mir immer „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, „Tatsächlich Liebe“ und die Verfilmung(en) von Charles Dickens Weihnachtsgeschichte über den Bildschirm. Ohne Ebenezer Scrooge fehlt einfach was. 🙂

    Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit,
    Anna

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  2. Wir haben in der Tat ganz andere Filmklassiker zu Weihnachten, aber das macht es ja auch so spannend. Ich bin mir nur gerade nicht sicher ob ich zwei Weihnachtsmänner gesehen habe oder nicht? Müsste ich mal nachholen, denn deutsche Weihnachtsfilme mag ich auch. Da darf man gerne mal die Klischeekeule schwingen, was ich ja sonst nicht so mag. Bei mir geht jedes Weihnachten hingegen „Der Grinch“ (finde den immer wieder unterhaltsam und Jim Carrey zeigt da was er als schauspieler kann. Er ist da echt grandios), Verrückte Weihnachten (denn perfekt ist ja langweilig), Santa Clause (einer der Klassiker schlechthin für mich), Kevin allein zu Haus (geht jedes Jahr) sowie Tatsächlich Liebe und Liebe braucht keine Ferien (bei den letzten beiden war ich tatsächlich Spätsünder, aber verstehe nun was alle an den Filmen so lieben).

    Übrigens möchte ich auch unbedingt jetzt vor Weihnachten einen Harry Potter Rewatch starten. Das hatte ich schon länger vor und wenn das nächste Referat vorbei ist, dann beginnt für mich auch die besinnliche Weihnachtszeit und der Stress lässt zumindest etwas nach (auch wenn doch noch ein bissl was auf der To-Do-Liste für die Uni steht, ich hoffe einfach das ich das dann schnell abhaken kann).

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Nadine, dann hoffe ich meine Beitragsreihe hilft dir wieder etwas den Überblick zu bekommen ;). Bei Babylon Berlin hänge ich ja noch am Anfang, wird wohl noch etwas dauern bis ich damit durch bin. Hatte mir beide Staffeln aufgenommen und kann mir somit Zeit lassen mit dem Anschauen.

    Green Room hatte ich gar nicht so auf dem Schirm als der im Kino angelaufen ist, aber habe dann im Nachgang auch echt viel Positives gehört, sodass ich da auch neugierig bin. Und Passangers muss ich natürlich schon wegen den Hauptdarstellern sehen. Bin mal gespannt, was wir zu beiden Filmen sagen ;).

    Das hört sich aber doch auch schön an. Aber das mit den Weihnachtsfilmen und Serien kenne ich, dass ist bei uns auch so.

    Gefällt 1 Person

    • Der Grinch ist einer der Filme, die ich nie gesehen habe. Kevin allein zu Haus auch erst später. Tatsächlich Liebe und Liebe braucht keine Ferien schaue ich auch gerne sowie so Klassiker wie der kleine Lord, drei Haselnüsse, ach ja und Michel.
      Um alle auf zu listen, wäre es etwas viel geworden, deswegen habe ich mich auf drei beschränkt 🙂

      So ein Harry Potter Rewatsch müsste ich auch nochmal machen, eigentlich mache ich das mit meiner besten Freundin einmal im Jahr, aber irgendwie haben wir es bisher noch nicht geschafft 🙂

      Viel Erfolg für dein Referat!

      Liken

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