Faszinationen Zeitreisen: Zeitmaschinen, Wurmlöscher und Paralleluniversen

Den Sturm der Bastile miterleben, beim Live Aid Queen sehen oder mit einem Attentat Hitlers Schreckensherrschaft verhindern? Auf welches Datum würdet ihr eure Zeitmaschine einstellen? Vergangenheit oder Zukunft – was lockt euch mehr an?

Zeitreisen bieten die wunderbare Möglichkeit für was-wäre-wenn-Szenarien. Was wäre, wenn ich mit meinem jetzigen Wissenstand in die Vergangenheit reise, könnte ich die Vergangenheit ändern oder würde alles so bleiben wie es ist? Wenn ich in die Zukunft reise, wie wird diese aussehen? Fliegende Autos, ein von der Erde kolonialisierter Weltraum? Der Fantasie scheint keine Grenzen gesetzt. Vielleicht gerade das Faszinierende?

Zeitreisen findet man in allen möglichen Genres wieder: In einem Actionfilm (Terminator), in Fantasy (Harry Potter und der Gefangene von Askaban), in einem Liebesfilm (Alles eine Frage der Zeit) oder ganz klassisches in einem Sci-fi Roman (Die Zeitmaschine). So unterschiedlich die Genres sind, so unterschiedlich ist auch die Art und Weise wie durch die Zeit gereist wird, welche Regeln es gibt und wohin die Reise die Protagonisten führt.

Die Zeitmaschine

Ein umfunktionierter DeLorean, ausgestattet mit einem Fluxkompensator, dem Kernstück, und Plutonium als Energieantrieb – damit reist Marty McFly in den Zurück in die Zukunft Filmen. Das Problem dabei: Ohne eine Geschwindigkeit von 140 km/h funktioniert es nicht. Praktischer ist da der Koffer in der deutschen Netflix Produktion Dark, den man leicht mit sich herum tragen kann, ohne damit aufzufallen. Aufgeklappt macht er mit seinen goldenen Apparaten auch optisch etwas her. Allerdings geht es mit dem erschaffenen Wurmloch nur 30 Jahre vor oder zurück. Nicht ohne Grund heißt der Hersteller der Zeitmaschine in Dark H.G. Tannhaus, denn es ist eine Anspielung auf den Autor H. G. Wells, der mit seinem Buch Die Zeitmaschine aus dem Jahre 1895 einen Klassiker erschaffen hat.

„Würden Sie gerne die Zeitmaschine selbst sehen?“, fragte der Zeitreisende. Und damit führte er uns mit der Lampe in der Hand durch den langen, zugigen Korridor zu seinem Labor. Ich erinnere mich lebhaft an das flackernde Licht, seinen verdrehten, breiten Kopf als Silhouette, den Tanz der Schatten, wie wir ihm alle folgten, verwirrt aber ungläubig, und wie wird dort im Labor eine größere Ausführung des kleinen Mechanismus erblickten, der vor unserem Auge verschwunden war. Teile davon waren aus Nickel, andere Teil aus Elfenbein, manche Teile waren sicherlich aus Felskristall gefeilt oder gesägt worden. Das Ding sah grundsätzlich vollständig aus, aber die verdrehten kristallinen Stangen lagen unvollendet auf der Werkbank neben einigen Blättern mit Zeichnungen, und ich nahm eines, um es genauer zu betrachten.“

In der Komödie von Woodie Allen muss man sich um Mitternacht an einem bestimmten Platz in Paris befinden und zack kommt ein Auto vorbei, dass einem in die Zeit mitnimmt, in welche man sich sehnt. Für Protagonist Gil sind es die 20er Jahre mit seinen Idolen Hemingway und Fritzgerald. Simple ist das Reisen in Alles eine Frage der Zeit, wo nur ein dunkler Raum benötigt wird. Jedoch bleibt dies den Männern der Familie vorbehalten, die nur innerhalb ihres eigenen Lebens reisen können. Blut wird in der Jugendfantasy Reihe Rubinrot benötigt, ansonsten fallen die Außerwählten munter ohne Kontrolle durch die Zeit.

Vergangenheit ändern oder doch die Zukunft entdecken?

Harry Potter würde im dritten Teil gerne die Vergangenheit ändern, um Wurmschwanz alias Peter Pettigrew zu töten und die Auferstehung des dunklen Lords zu verhindern. Doch Hermine hindert ihn daran: Eingreifen in die Vergangenheit ist verboten, ebenso darf man von seinem eigenen Ich nicht gesehen werden. Damit nimmt es Doc in Zurück in die Zukunft nicht allzu genau

Nie existieren würde Jon Conner, der den Widerstand gegen die Maschine in der Zukunft anführt, wenn seien Mutter von dem Terminator umgebracht wird, weswegen er ihr niemand anderes als seinen Vater schickt, um sie zu beschützen.

In die Zukunft hingegen geht es in Die Zeitmaschine. Im Jahr 802.701 trifft der Zeitreisende auf die kindlichen Eloi, die auf der Oberfläche ein scheinbar unbekümmertes Leben führen. In unterirdischen Höhlen hausen die hässlichen, affenartigen Morlocks. Erst langsam kommt der Zeitreise dem Ganzen und ihrer Bedeutung auf die Spur. Dann setzt er seine Reise, nicht weniger als 30 Millionen Jahre in der Zukunft, fort.

Das Zeitparadox – wo ist der Anfang?

Lässt sich die Vergangenheit ändern oder wird sich immer alles so ereignen, wie es vorgesehen ist? So dass man mit dem Versuch etwas zu verändern, das Geschehen erst herbeiführt? Damit beschäftigt sich unter anderem die zweite Staffel von Dark. In der Serie ist, wie auch in anderen Filmen und Büchern zum Thema Zeitreisen, die Frage nach dem Anfang und Ursprung einer Idee nicht zu bestimmen. In Dark erstellt der Uhrmacherei H.G. Tannhaus eine Zeitmaschine, nachdem ihm zuvor aus der Zukunft die Papiere dazu überreicht wurden, die ihm aber erst überreicht werden konnten, wenn er die Zeitmaschine schon gebaut hat. Die Idee steht somit allein da, ohne einen Schöpfer zu haben. Ein ähnliches Zeitparadox gibt es in der Buchreihe Die Seiten der Welt, wo Furia Siebenstein erst von der Bibliomanthie (die Fähigkeit Magie durch Bücher zu bewirken) erzählt, der sie dann später aufgrund ihrer Information erschaffen wird. In Terminator ist die Zukunft ebenso mit der Vergangenheit verbunden. Schließlich schickt Jon seinen eigenen Vater in die Vergangenheit. Was war erst: Die Vergangenheit oder die Zukunft? Nicht leicht zu bestimmen bei Zeitreisen, weil alles mit einander in Verbindung steht.

Paralleluniversum

Mit Fortschreiten der His dark materials Bücher spielen andere Welten eine immer größer werdende Rolle. Das Zeitmodell ist hier, dass unendlich viele Parallelwelten unabhängig neben einander existieren. Um zwischen ihnen zu reisen, bedarf es einen besonderen Gegenstand. Zudem wird im dritten Band eine ganz besondere Welt bereist. Eine neue Zeitlinie entsteht im zweiten Teil von Zurück in die Zukunft durch den unheilstiftenden Sport Almanach, mit dessen Hilfe Biff sich in einer veränderten Zeitlinie ein Imperium aufgebaut hat. Tja, Gegenstände aus der Zukunft sollten nicht in falsche Hände geraten.

Zeitschleife

Denselben Tag immer und immer wieder erleben zu müssen, ist keine schöne Vorstellung, wenn man jeden Tag in einem Zug aufwacht, der in die Luft fliegen wird. Jake Gyllenhall muss in Souce Code dieses Ereignis verhindern und den Täter schnappen. Auch in der Komödie Und täglich grüßt das Murmeltier durchlebt der Protagonist den selben Tag immer und immer wieder aufs Neue und muss einsehen, dass selbst ein Selbstmord ihn nicht aus der Zeitschleife befördert.

Was sind eure liebsten Zeitreise Bücher und Filme?
Wenn ihr eine Zeitmaschine hättet, wohin würde euch diese befördern?

 

Werbeanzeigen

Warum Bücher mehrmals lesen?

Buch kaufen. Lesen. Ins Regal stellen. Neues Buch kaufen. Schließlich wartet eine Fülle von Klassikern und Neuerscheinungen auf einen. Wo bleibt da noch die Zeit für einen Reread? Die Geschichte ist ja bekannt, hat es überhaupt einen Mehrwert, Werke mehrmals zu lesen?

Geschichten sind mit Emotionen verknüpft. Sie sind Speicher von Erinnerungen. Es kann gut tun, in eine bekannte Welt zurückzukehren und mit alten Freunden Abenteuer zu erleben. Insbesondere, wenn der Kopf nicht frei für Neues ist. Ähnlich verhält es sich mit Lieblingsfilmen, die man immer wieder schaut, bei guter Laune, bei Krankheit oder einfach aus Langeweile.

Mit mehr Lebenserfahrung ändert sich die Wahrnehmung auf Dinge, der Blickwinkel auf Bücher verschiebt sich. Eine weitere Rezeptionsebene kann sich beim Lesen von alten Kinderbüchern öffnen. Während beispielsweise Das Fliegende Klassenzimmer als Kind eine Geschichte über Freundschaft, über das Aufbeugen gegenüber falscher Autorität ist, kristallisiert sich jetzt deutlich eine Kritik an dem NS-Regime heraus. In anderen Werken hingegen werden problematische Inhalte und toxische Beziehungen bemerkbar, die einem damals nicht aufgefallen sind. Teilweise wundert man sich vielleicht, warum man das jeweilige Buch früher gemocht hat.

Da die Geschichte schon bekannt ist, stechen einem plötzlich sämtliche Andeutungen hervor, die einem vorher entgangen sind. Bei manchen Werken, zu denen man lange nicht mehr gegriffen hat, kann es sich anfühlen, als würde man sie zum ersten Mal lesen, da das Gehirn über die Jahre viel vergisst oder es ist ein ständiges Erinnern mit Ausrufen wie „ach ja stimmt, so war das ja!“

Goldene KompassDiese Ausrufe kamen mir bei meinem ReRead zu Der Goldene Kompass mehr als einmal über die Lippen. Einige Szenen hatte ich noch deutlich vor Augen, andere Dinge waren hingegen ausradiert, weshalb ich mich das Gefühl eines Déjà- Vu begleitete.

Erinnerungen kamen mir schon beim Ablegen des Schutzumschlags entgegen. Denn in der linken Ecke stand in säuberlichen Druckbuchstaben mein Name und meine vollständige Adresse. Selbst meine damalige Telefonnummer fehlte nicht. Schließlich könnte das Buch mir ja verloren gehen. Eventuell wollte ich auch einfach nur mein Eigentum kennzeichnen. Ein paar Seiten weiter musste ich über mein Vergangenheits-Ich schmunzeln. Denn ich weiß noch, wie ich damals, wunderbar deutsch ausgesprochen, meinen Vater gefragt habe, was denn ein „Butler“ wäre.

„‚Das Buch wird anfangen, deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst du wieder dort sein, wo du zuerst drin gelesen hast. Schon mit den ersten Wörtern wird alles zurückkommen: die Bilder, die Gerüche, das Eis, das du beim Lesen gegessen hast… Glaub mir, Bücher sind wie Fliegenpapier. An nichts haften Erinnerungen so gut wie an bedruckten Seiten“

Dieses Zitat stammt aus Tintenherz und es bringt meiner Meinung nach wunderbar auf den Punkt, was passiert, wenn man ein Buch ein weiteres Mal liest.

Beim ersten Harry Potter Band befinde ich mich zurück mit meinem gebrochenen Arm auf dem sonnigen Balkon. Meine Tante überreicht mir das Buch und ich beschmiere ihr Exemplar mit meinen orangenen Händen. Bei anderen Büchern rieselt der Sand aus den Seiten hervor und ich bin zurück im Urlaub und kann die salzige Meerluft schmecken.

„Es ist Staub“m wiederholte Lord Asriel. „Er wird auf der Platte als Licht abgebildet, weil die Staubpartikel auf die Spezialemulsion dieselbe Wirkung haben wie Photonen auf eine Silbernitratemulsion.“ (S. 15f.)

Partikel? Nitrat? Emulsion? Photone? Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Zehn- oder Elfjähriges Ich diesen Satz verstanden hat. Selbst mit 22 Jahren habe ich mit der Bedeutung des Satzes zu kämpfen, nur kenne ich zumindest die Bedeutung der einzelnen Wörter. Für Kinder ist Der goldene Kompass an einigen Stellen ein anspruchsvolles Werk. Es ist voller Kirchenkritik, die ich damals (zumindest im ersten Band) nicht wahrgenommen habe.

Ein ReRead lohnt sich aus diesen Gründen für mich, weshalb ich gerne hin und wieder einen mache und meinen Stapel ungelesener Bücher links liegen lasse. Ich tauche gerne in bekannte Welten ab und finde Unbekanntes im Bekannten.

Zum Schluss würde es mich interessieren, ob ihr beim einmaligen Lesen bleibt oder nicht? Und warum? Welch Beobachtungen sind euch aufgefallen?
Lasst mir gerne einen Kommentar da, darüber freue ich mich immer sehr 🙂

 

Das Schreiben und ich – meine Entwicklung und Projekte

Ich habe schon immer gerne gelesen und verschiedene Welten entdeckt. Schreiben hingegen war eine andere Sache. Meine Rechtschreibung war in der Unterstufe schlecht und auch meine Ausdrucksweise litt besonders in der sechsten Klasse in meinen Analysen. Dies war für meine Eltern etwas unverständlich, da ich ja viel gelesen habe. Allerdings stand für mich die Geschichte im Vordergrund und nicht die Schreibweise der Wörter. Dennoch habe ich eigene Versuche gestartet, wo ich im Gegensatz zur Schule die Sätze zehn Mal ohne Zeitdruck verändern konnte. Es machte mir Spaß und in mir wuchs Weiterlesen

Meine Lesegewohnheiten [TAG]

1. Hast du einen bestimmten Platz Zuhause zum Lesen?

Mein Bett/Sofa. Eine andere Möglichkeit gibt es in meiner kleinen Studentenwohnung aber auch nicht. Im Sommer lese ich bei meinen Eltern zu Hause gerne draußen auf der Hollywood Schaukel.

2. Lesezeichen oder ein willkürliches Stück Papier?

Meistens ein Lesezeichen, von denen mehrere durch mein Zimmer fliegen, weil ich immer mal wieder eins von Freunden zum Geburtstag bekommen habe oder in einem Weiterlesen

Der ultimative Harry Potter TAG

Lieblingscharaktere, Lieblingsbuch und Zaubersprüche – heute dreht es sich um die magische Welt von Harry Potter

Letztes Jahr habe ich bei Cha Ginger auf ihrem Youtube Kanal den ultimativen Harry Potter TAG entdeckt. Als großer Potterhead stand für mich fest, dass dieser auf meinem Blog auf keinen Fall fehlen darf. Daher viel Spaß bei 26 Fragen zu unserem geliebten Fandom.

1) Dein Lieblingsbuch?

Ich liebe die Einführung in die Welt mit dem kleinen Harry und wie am Ende die ganzen Fäden zusammengezogen werden. Daher Harry Potter und der Stein der Weisen und Die Heiligtümer des Todes. Besonders Letzeres steht sehr mitgenommen in meinem Bücherregal und ich bin mir nicht sicher, ob das Buch einen erneuten „reread“ überleben wird.  Weiterlesen