23 Dinge, die ich in 23 Jahren gelernt habe

Vergangene Woche hatte ich Geburtstag, den ich erst mit meinen Eltern und dann am Wochenende mit Freunden in einer entspannten Runde verbracht habe. Wie ihr der Überschrift entnehmen könnt, musste ich 23 Kerzen auspusten und wie es mit dem Voranschreiten des Alters so ist, erlangt man Reife und Weisheit, weswegen ich euch heute von Dingen berichten werde, die ich im Laufe meines Lebens gelernt habe. Es sind Dinge, deren Offensichtlichkeit mir erst später deutlich wurde. Vielleicht entdeckt ihr euch in ein paar Dingen wieder oder ihr schüttelt aufgrund des Haufens von Banalitäten den Kopf. Lasst es mich anschließend gerne mit einem Kommentar wissen.

1. Spaß am Bloggen

Würde ich diesen Beitrag schreiben, wenn ich keinen Blog hätte? Vermutlich nicht. Bloggen ist für mich zu einem Hobby geworden, dass ich nicht mehr missen möchte. Zu sehr macht mir das Schreiben der Texte und die Interaktionen Spaß. Sicherlich, es ist mit einem großen Zeitaufwand verbunden, durch den es besonders schade ist, wenn zu Beiträgen keine Kommentare kommen. Dennoch habe ich nicht vor aufzuhören, da ich es liebe, meine Leidenschaft zu Büchern, Serien und Filmen auszuleben. Ein weiterer Grund liegt an den lieben Menschen, die ich dadurch kennen gelernt habe.

2. Die positiven Seiten von Social-Media

Am Anfang meiner Blogger-Zeit habe ich ausschließlich für mich selbst geschrieben, Zuwachs ist erst gekommen, als eine damalige Freundin die Idee hatte, den Blog über Twitter zu promoten. Ich, die zuvor nichts mit dem Kurznachrichten-Dienst zu tun hatte und einen Bogen um Social-Media gemacht hat, verbringt nun deutlich zu viel Zeit auf der Plattform. Dort habe ich einige nette, gleich interessierte Menschen kennengelernt, mit denen ich mittlerweile auch über Whats-App schreibe oder mit denen ich mich schon privat getroffen habe. Ich bin glücklich über meinen neuen Bekanntenkreis, der sich durch Twitter und den Blog erweitert hat.

3. Triggerwarnungen

Bleiben wir beim Bloggen & Social-Media, denn dadurch bin ich zum ersten Mal auf das Konzept der Triggerwarnung gestoßen. Es wird oft belächelt, was ich persönlich nicht verstehe. Wenn es anderen hilft, vorab die Themen zu wissen, die in einem Buch vorkommen, um später nicht böse überrascht zu werden, ist das Ganze doch eine gute Sache. Wenn man es selbst nicht braucht, tja, dann muss man sich keine Triggerwarnung durchlesen und gut ist. Ich werde es nie nachvollziehen können, warum einige Menschen ihre eigene Lebensrealität auf andere projizieren müssen.

3. Nicht alle Freundschaften sind für die Ewigkeit geschaffen

Teilweise passen nicht alle Konstellationen von Menschen. Wenn Freundschaften zerbrechen, liegt es (meistens) an beiden Parteien. Das einzusehen hat bei mir etwas länger gedauert. Mittlerweile bin ich immer noch ein wenig melancholisch, wenn ich alte Fotos sehe, doch ich frage mich nicht mehr, was ich hätte anders machen können und akzeptiere, wie es gelaufen ist. Es hat irgendwann einfach nicht mehr gepasst und ich habe dafür andere Menschen, mit denen eine Freundschaft funktioniert. An dem Spruch, Menschen kommen und gehen im Leben ist nun mal etwas Wahres dran.

Kinderfotos

4. Semesterferien sind keine Ferien

Ach, welcher Schüler hatte damals nicht die Illusion von zwei langen Monaten voller Freizeit und Entspannung im Kopf. Direkt nach dem ersten Semester musste ich meiner Illusion beim Entschwinden zu sehen: zeitintensive Hausarbeiten in Germanistik, ein Schulpraktikum, ein außerschulisches Praktikum, ein weiteres Praktikum für mein Zweitfach Erziehungswissenschaft und ein freiwilliges Praktikum bei einer Lokalzeitung – schnell wurden aus zwei Monaten vielleicht eine Woche, die zum Erholen blieb.

5. Studentenwohnheime

Jedoch gibt es auch die Klischee-Studenten, bei denen „Party Party Alkohol“ an erster Stelle steht. Besonders das Sommersemester mit seinen warmen Nächten bietet sich dafür an. Gelegentlich habe ich da nichts gegen einzuwenden, nur brauche ich es nicht ständig und so war ich von der dauerhaften lauten Musik in Verbindung mit einer Fensterfront im letzten Stock in den Sommermonaten genervt. Ich hoffe sehr, dass in meiner neuen Wohnung die Erstis unter mir sich da zurücknehmen, ein zweites Wohnheimfeeling brauche ich definitiv nicht.

6. Wie vielfältig eine vegetarische Ernährung ist

Mit meinem Umzug bin ich auf eine vegetarische Ernährungsweise umgestiegen. Schon zuvor habe ich Zuhause angefangen, weniger Fleisch zu konsumieren. Dennoch war es schwierig, da ich immer mit meinen Eltern zu Abend gegessen habe. Da dies im fernen Wuppertal nicht mehr gegeben war, fiel mir die Entscheidung über die Herdplatten zu. Da ich gerne koche, fing ich an auf Pinterest nach neuen Rezeptideen zu suchen und bin dabei auf Vieles gestoßen, dass ich bis dahin nicht kannte – Kokosmilch, Tahini-Sauce, Hirse oder Couscous gab es bei mir zu Hause nicht. Einige meiner neuen Errungenschaften sind mittlerweile auch bei meinen Eltern eingezogen und meine Mutter freut sich immer über neue Rezeptideen von mir.

7. Feminismus & Sexismus

Dass ich mich mit dem Thema Feminismus auseinandergesetzt habe, ist erst im Zuge meines Studiums gekommen. Mittlerweile erachte ich es für etwas wichtiges und es sollte neben der Forderung von mehr Frauen in Naturwissenschaften eine Aufwertung von klassischen Frauenberufen und ihrer Bezahlung passieren.
Über mein pubertierendes Ich kann ich nur noch den Kopf schütteln, über dieses krankhafte Streben nach Bestätigung des anderen Geschlechts und die gesellschaftlichen Erwartungen sich zu schminken und perfekt gestylt zu sein. Die mit sich bringenden Probleme, wenn man sich nicht dafür interessiert, habe ich von Seiten der Mädchen, (nichts mit Zusammenhalt und so) erlebt.

2012 & 2013

8. Die Kraft des Schreibens

Abseits von Geschichten bedeutet Schreiben für mich Gedanken zu notieren, bevor mein Kopf explodiert. Wenn ich meine Gedanken und Sorgen aufschreibe, kann ich sie besser sortieren und verarbeiten, anschließend fühle ich mich besser. Teilweise wollen Worte auch einfach raus, wie bei meinen persönlichen Beiträgen zum Thema Mobbing und Angststörung. Schreiben hilft mir bei menschlichen Interaktionen. Es ist einfacher einen Brief zu verfassen, in dem man sagt, was man denkt, als es jemanden von Angesicht zu Angesicht mitzuteilen.

9. Mehr Achtsamkeit, Ruhe & Yoga

Yoga und Entspannungsübungen habe ich früher belächelt. Ich möchte mich beim Sport auspowern, was soll denn dieser ganze „tief einatmen und zu sich selbst finden“ – Kram? Dann habe ich es diesen Sommer ausprobiert und musste feststellen, wie falsch ich lag. Der Alltag ist oft stressig, regelmäßig setzt man sich selbst viel sehr unter Druck, weswegen mehr Achtsamkeit im Leben wichtig ist. Ansonsten kann es schnell auf die Gesundheit gehen. Yoga hilft, runter zu kommen und gleichzeitig ist es auch anstrengend.

10. Manchmal sollte es einfach anders laufen

Ich bin ein richtiger Profi im Spinnen von „Was-wäre-wenn“ Szenarien und das bei den banalsten Kleinigkeiten. Dabei ist es manchmal gut, wenn etwas nicht funktioniert und sich eine neue Tür öffnet, die sich vielleicht als Kleiderschrank nach Narnia entpuppt.

11. Umweltbewusstsein

Nach Berlin das Flugzeug, statt den Zug zu nehmen, ist eine Sache, die ich heutzutage nicht mehr machen würde. Durch meinen Umzug in eine Stadt und mein geliebtes NRW- Semesterticket bin ich hauptsächlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. „To-Go-Wegwerf“ Becher gibt es bei mir nicht mehr, ebenso wenig wie Plastikflaschen. Ich besitze eine Trinkflasche für Unterwegs, die ich mit Kranwasser befülle und vor einem halben Jahr wurde auch meine Zahnbürste aus Plastik aussortiert. Alles scheinbare Kleinigkeiten, die in der Summe aber etwas ausmachen. Ich versuche verstärkt, mehr umweltbewusst zu handeln und weiß selbst, dass noch viel Luft nach oben ist und werde es Schritt für Schritt angehen.

ebenfalls 2012 & 2013

12. Auch mal etwas allein zu machen

Ich brauche nicht immer ein Rudel von Menschen um mich herum. Beim Bahnen ziehen im Schwimmbad sind Unterhaltungen eh etwas schwierig und dennoch wurde ich oft überrascht angeschaut, wenn ich erwähnt habe, etwas allein zu machen. Nur warum? Ich unternehme gerne etwas mit Freunden, nur wenn niemand Lust auf den Film hat, den ich gerne schauen möchte? Als letztes Jahr Sum41, meine absolute Lieblingsband aus Teenagerzeiten in Oberhausen spielte, hatte ich zwei Optionen: Entweder bleibe ich zu Hause, weil aus meinem Freundeskreis sie niemand hört oder ich fahre alleine hin – für mich war das Zweite die bessere Variante, sonst hätte ich ein richtig gutes Konzerterlebnis verpasst.

13. Lokaljournalismus ist nichts für mich

Journalistin zu sein, war ein Berufswunsch, der sich durch meine komplette Schulzeit gezogen hat. Durch die Wahl meines Studiums mit Germanistik wollte ich mir die Option offen halten und habe, wie oben erwähnt, ein Praktikum bei einer Lokalzeitung bei mir in der Heimat gemacht und bin seitdem dort als freie Mitarbeiterin tätig. Ich viel gelernt und Erfahrungen gesammelt, eine davon ist, dass ich es nicht mein Leben lang machen möchte. Zum einem ist die Bezahlung miserabel, zum anderen wiederholen sich die Termine und es ist vieles dabei, für das ich mich nicht begeistern kann (Schützenfest zum Beispiel).

14. Yes Emotionalität!

Weinen wird in unserer Gesellschaft als Schwäche angesehen. Blöd, wenn man so nah am Wasser gebaut ist wie ich. Das hat mir meine Schulzeit erschwert, denn egal wie sehr ich mich gezwungen habe, nicht zu weinen, sind die Tränen bei blöden Kommentaren zu meinen Ungunsten und zu der Freude der Anderen herunter gekullert. Bei Streitereien mit Freunden weine ich, teilweise ohne ersichtlichen Grund, wenn ich überfordert mit einer Situation bin, wenn ich gerührt bin, bei traurigen Filmen, bei einer berührenden Szene in einem Buch – ich bin emotional und das sehe ich mittlerweile nicht mehr als Schwäche an. Ich mag meine Empathie und meine Begeisterungsfähigkeit. Traurige Dinge, Ungerechtigkeit in der Welt ziehen mich stark runter, gleichzeitig erfreue ich mich an kleinen Gesten und bin bei schönen Momenten umso glücklicher.

2016 & 2017

15. Es muss nicht immer alles perfekt sein

Ich wäre in vielen Dingen gerne besser, ich würde gerne besser Schreiben können, bessere Geschichten plotten, schneller Sprachen lernen, bessere Noten in meinem Studium haben – mich stört es, nicht perfekt zu sein. Aus diesem Grund habe ich mit dem Gitarren spielen aufgehört, weil ich kein Joe Satriani werde, deswegen brauche ich bei meinen Projekten Ewigkeiten, weil ich mich selbst immer abbremse. Momente sollen nicht schön, sie sollen perfekt sein, so wie ich sie vorher im Kopf durch gespielt habe. Kommt eine Kleinigkeit dazwischen, werde ich nervös. Diesen Zwang bin ich dabei, abzulegen, denn es sorgt oft eher für das Gegenteil.

16. Kritik nutzen

Kritik habe ich lange Zeit als einen persönlichen Angriff wahrgenommen, was kein Wunder in Hinblick auf den oberen Punkt ist. Heute sehe ich konstruktive Kritik als Möglichkeit an, mich zu verbessern und versuche nicht mit Wut und Selbsthass zu reagieren, sondern dankbar darüber sein, mich mit damit auseinanderzusetzen und zu schauen, ob die Kritik mir weiterhelfen kann oder ob ich es selbst anders sehe.

17. Zu viele Reize überfordern mich

Obwohl ich gerne neue Orte erkunde, waren Urlaube immer ein schwieriges Thema, das schon mit der Anreise begann. Zu viele fremde Orte, zu viele neue Eindrücke, ein fremdes Bett zum Schlafen – ich war schnell überfordert, ohne es zu wissen. Wenn dann noch Hitze und/oder Hunger dazu kamen, wurde ich schnell anstrengend. Meine Freunde hingegen waren immer viel entspannter. So bin ich mir schnell wie ein Freak vorgekommen und habe mich über mich selbst aufgeregt, dass ich mich so anstelle. Jetzt weiß ich: Es gibt einige Menschen, denen es ähnlich ergeht. Die Auseinandersetzung mit dem Thema hat mir geholfen, mich in der Situation besser zu beobachten und beispielsweise Urlaube mehr zu genießen.

18. Dorf vs. Stadt

Großgeworden in einem Dorf, und fürs Studium in eine Stadt gezogen, lernte ich Vorteile und Nachteile beider Sachen kennen. Der Faktor Natur wird immer ein Punkt sein, für den ich dem Land leben vorziehe. Wälder und weite Felder sind einfach schöner als überall Straßen aus Beton. Zwingend ruhig muss es auf dem Land zwar nicht sein, doch wo ich aufgewachsen bin, waren Vögel oder mein Opa, der früh morgens den Rasen mähte, Geräusche, die mich aufgeweckt haben. In der Stadt hingegen wohnen viel mehr Menschen auf engerem Raum. Folglich ist die Geräuschkulisse größer, was ungewohnt für mich ist. Ein Luxus der Stadt hingegen ist für mich, zu Fuß Einkaufsmöglichkeiten und den Hauptbahnhof zu erreichen. Besonders, da mein Freundeskreis weit verteilt ist, ist Mobilität eine positive Sache. Wohin es mich nach meinem Studium ziehen wird, muss ich noch schauen, bis dahin ist auch noch etwas Zeit.

Heimat vs. Wuppertal

19. Die Wertschätzung von kleinen Kinos

Für eine filmliebende Person ist ein Vorteil der Stadt die Möglichkeit, kleinere Produktionen abseits von den Blockbustern im Kino sehen zu können. Früher musste ich dafür eine halbe Weltreise nach Köln antreten, jetzt in Wuppertal habe ich drei verschiedene Kinos wo ich Fündig werden kann.

20. Ungesund ist auch mal in Ordnung

Mal eine Cola oder Nachos im Kino bringen einen nicht direkt um. Was für die einen normal ist, hat mir immer starke Gewissensbisse bereitet. Jetzt kann ich es mehr genießen, weil ich weiß, dass es eine Ausnahme ist und ich mich ansonsten möglichst gesund ernähre.

21. Scheiß auf gesellschaftliche Erwartungen

Mit 23 Jahren immer noch single, wie kann das sein? Du kannst so doch kein glückliches Leben führen. Stellt euch vor, das kann ich. Vor ein paar Jahren hätte ich mir deswegen noch Druck gemacht, weil die Gesellschaft, Filme und die Medien suggeriert, dass man dann erst ein vollständiger Mensch ist. Es gibt keinen (zumindest kenne ich keinen) Teeniefilm, wo die Protagonistin nicht durch einen Jungen ihr Selbstbewusstsein erlangt. Wie sehr ich gesellschaftliche Bilder selbst befestigt habe, stellte ich fest, als ich mein hetero-sein hinterfragte. Hey, ich habe doch lange Haare, bin in vielen Dingen eine klischeehafte Frau (Wahl der Studienfächer, kein Plan von Technik), mein Freundeskreis ist 90 % weiblich, da kann ich doch nicht bisexuell sein? Schnell ist mir aufgefallen, was für einen Blödsinn ich da denke.

22. Bildung und Wissen muss nicht immer konkret nutzbar sein

Ich wäre bestimmt dieses Semester im Master, wenn ich mein Studium schneller durchgezogen hätte, statt Französisch-Kurse zu machen, für die ich keine Punkte bekomme oder Philosophie-Kurse zu testen, weil ich über ein Drittfach nachgedacht habe. Zwar muss ich mich im Master ein wenig beeilen, damit ich vor der bösen 25 noch fertig werde, bereuen tue ich es dennoch nicht, weil ich es gerne gemacht habe. Es ist schade, dass es im Studium kaum noch möglich ist, sich selbst weiterzubilden und abseits seines Verlaufsplan zu schauen. Für meiner ehrenamtliche Arbeit bei einer kinder-tafel, die ich jetzt mache, bekomme ich kein Geld und doch bringt mich die Tätigkeit dort persönlich weiter.

2019

23. Selbstakzeptanz

Selbstakzeptanz ist wichtig! Ohne sie steht man sich selbst im Weg und schmeißt sich eigene Steine in den Weg. Sie zu erlangen, nachdem sie verloren gegangen ist, ist schwierig, dauert seine Zeit und ist mit Rückschlägen verbunden, noch schwieriger ist es bei Selbstliebe. Dabei geht es mir nicht darum, die Schuld immer bei anderen suchen und sich auf ein Podest zu stellen, sondern um einen gesunden Mittelweg, Zufriedenheit über sich als Person und gleichzeitige Selbstreflexion.

Damit bin ich am Schluss angelangt. Was sind Dinge, die euch erst im Laufe des Lebens klar geworden sind?

12 Gedanken zu “23 Dinge, die ich in 23 Jahren gelernt habe

  1. So ein schöner Beitrag, ich war ja schon gespannt darauf und finde mich in vielen deiner Lektionen wieder. Habe mich damals auch ziemlich unter druck setzten lasse nvon den gesellschaftlichen Normen, ich würde lügen, wenn es heute nicht noch manchmal so ist, aber bei vielen Dingen bin ich auch gelassener geworden. Denn: Es ist mein Leben. Ich muss glücklich sein, nicht die anderen und was ich tue, geht auch niemanden was an. Da sollte man sich nie rein leben lassen. Früher war für mich auch immer klar, dass ich mal heiraten und Kinder kriegen würde. Ersteres möchte ich noch immer, aber bei zweiterem bin ich mir nicht sicher. Aktuell kann ich mir das nicht vorstellen und finde das ist vollkommen okay. Das war halt auch ein Traum, der von der Gesellschaft gespeißt wurde, etwas das schon immer so war, also will man es auch. Aber heute gibt es so viele unterschiedliche Arten zu Leben und gerade das finde ich toll. Trotzdem muss man sich ja 2019 noch für vieles rechtfertigen, sodass wir da noch einen weiten Weg vor uns haben was die Akzeptanz anbelangt.

    Das mit den Freundschaften geht mir ja ähnlich, da habe ich auch lange gebracht zu lernen, dass nicht alle Menschen dazu bestimmt sind für immer zu bleiben. Manchmal hat man Menschen, die einen nur in einer bestmmte Lebensphase begleiten und etwas beibringen. Übrigens: Ich bin auch total emotional. Finde das aber nicht schlimm. Ich finde es sogar eine Stärke, wenn man offen zu seinen Emotionen stehen kann, egal übrigens um welches Geschlecht es sich handelt. Ich heule somit auch total schnell bei Serien und Filmen oder auch in Streitsituationen. Da möchte ich die Tränen echt unterdrücken, aber klappt oft nicht und dann las ich es halt raus. Danach fühle ich mich auch immer besser, als das alles in mich reinzufressen. In der Jugend konnte ich das übrigens noch besser :D, aber jetzt wo ich die Pille nicht mehr nehme, ist das schwerer geworden.

    An dem: Es muss nicht alles Perfekt sein arbeite ich auch noch. Für mich auch eine der größten Herausforderungen. Und was du zur Uni sagst, da stimme ich dir zu: Semesterferien gibt es nicht, bei uns heißt das auch vorlesungsfreie Zeit, somit hat man das Wort Ferien auch gestrichen 😀 und mich stört es aktuell auch, dass ich nicht in andere Bereiche reinschauen kann. Ich hatte immer gedacht, dass das im Studium möglich ist. Da ich aber schon die 25 überschritten habe und somit finanziell echt viel Geld in mein Studium stecke bleibt mir da auch nicht mehr die Zeit für :/. Echt schade, weil es gibt Studiengänge die mich auch sehr interessieren, wie Psychologie oder Kommunikationswisssenschaften und da hätte ich gerne mal was belegt.

    Dankeschön auch für dein liebes Kommentar.
    Ich wiederhole mich da ja in Bezug auf Teen Wolf auch, aber wollte das trotzdem da auch noch mal erwähnen :D. Ist einfach ne tolle Szene, die ich glaube ich sogar auswendig mitsprechen kann. Ich tendiere ja immer zum zu viel schreiben. Kurz ist oftmals besser.

    Da machst du bei Riverdale auch nicht so viel falsch, solltest du langweile haben, kannst du ja immer noch weiterschauen, aber die Qualität nimmt halt echt rapide ab.

    „The Bold Type“ ist auch bei Prime verfügbar. Sind aktuell schon drei Staffeln, aber die haben nur zehn Folgen. Geht also noch, das kann man noch gut aufholen, bis die nächste kommt, weil die hat dann nämlich etwas mehr. Glaube 16 bis 18 wurden dann bestellt, was mich mega freut, denn mein einziger Kritik ist bisher, dass die Staffeln zu kurz sind :D. Die Serie inspiriert mich übrigens auch immer zum schreiben, weil es ja auch um Journalismus geht.

    Oh ja geht mir auch so. Hatte am Tag viel Spaß, auch wenn ich da lange dran saß. Müssen wir unbedingt wieder machen. Ich hätte da noch einen TV-Figuren-Charakter auf lager :D. Den habe ich bei Wehearit gefunden.

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  2. Hey, ich kann mich da in so vielem Wiederentdecken von dem du geschrieben hast. Imgrunde habe ich bei jedem Punkt zustimmend mit dem Kopf nickt. Heftig genickt habe ich aber zum Beispiel bei dem Punkt zur Kraft der Wörter. Ich schreibe andauernd Briefe an die Menschen in meiner Umgebung. Die meisten schicke ich nie ab, aber sie helfen mir meine Gedanken zu ordnen. Ich lasse die ganzen anderen Punkt mal außen vor. Sonst wird mein Kommentar nachher genauso lang wie dein Beitrag. Auf jeden richtig, richtig schön geschrieben alles 🙂

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  3. Pingback: [Blog Glück] September 2019 – Seitenglueck

  4. Liebe Nadine,
    was für ein schöner Blog Beitrag! Sowohl die Idee als auch die Umsetzung mit den einzelnen Punkten und den ganzen Fotos. Wahnsinn, super interessant und hat bestimmt auch viel Arbeit gemacht. Mich hat er auf alle Fälle berührt und zum Nachdenken angeregt. In manchen Punkten konnte ich dir nämlich zustimmen. Die Sache mit dem Wohnheim natürlich, das Selbstbewusstsein, Freundschaften, Schreiben, Aussehen..es gibt so viel, was man im Laufe des Lebens lernt und auf das man zurückblicken kann. Ich finde es eine wunderbare Idee, sich das mal zu verinnerlichen und zu reflektieren, was bestimmt im weiteren Verlauf des Lebens interessant wäre. So alle 5 Jahre durchchecken: Was habe ich gelernt?
    Danke für deinen tollen Beitrag und ganz liebe Grüße
    Yvonne 🙂

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    • vielen Dank für deinen Kommentar!

      ja es war schon viel Arbeit, alles zu schreiben und halbwegs akzeptable Fotos herauszusuchen. Dennoch hat es auch viel Spaß gemacht und es war schön sein eigenes Leben ein wenig Revü passieren zu lassen.
      Und ja das ist eine schöne Idee 🙂

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  5. Dankeschön für dein liebes Kompliment Nadine :).
    In Südtirol war ich dafür noch nicht, da bin ich bisher nur durchgefahren :D. Auch wunderschön in Italien ist übrigens die Region um den Gardasee, da hat man nämlich diese perfekte Kombination aus Action und Baden. Man kann sich die ganzen Städtchen anschauen, die allesamt auch kulturelle Gebäude zu bieten haben und natürlich leckere Cafes und Restaurans und durch den See ist auch baden möglich. Da will ich deshalb noch mal hin.

    Alleine reisen könnte ich nicht. Ich muss das irgendwie immer teilen, war bei mir aber auch schon immer so. Ich drücke dir die Daumen, dass das mit deiner Freundin klappt. Man kann doch trotzdem noch nen Urlaub zusammen verbringen, vielleicht dann halt einen kürzeren? Ich will mit meiner Besten auch unbedingt mal vereisen, haben wir bisher auch noch nicht gemacht und wir denken da auch an einen Städtetrip. Ich hoffe das Eis hat geschmeckt :D.

    Ist auch ein Grund, wieso ich mit der GoT Buchreihe noch nicht angefangen habe, wobei mich auch die Dicke etwas abscheckt. Ich packe solche Wälzer zeitlich einfach nicht mehr :D. Outlander Band 2 liegt auch immer noch auf meinem Nachttisch und ich bin noch nicht mal annährend an der Hälfte angelangt und das habe ich vor zwei Jahren angefangen :D. Läuft bei mir.

    Teen Wolf ist was das anbelangt ja eh ne Besonderheit. Da ist alles so natürlich und kein großes Thema. Die weiblichen Figuren sind unabhängig und stark, homosexuelle Charaktere werden nicht nur über ihre sexuelle Orientierung definiert und in der Serie ist das auch kein großes Thema, es ist einfach normal und beide Geschlechter zeigen auch mal Schwäche oder ihre Zuneigung zueinander. Finde das auch immer so putzig, wie Stiles und Scott „I love you“ zueinander sagen. Das ja auch sowas was manche Männer wohl nie sagen würden, aber warum nicht? Freundschaft ist auch eine Form von liebe. Mag das auch bei Hawaii Five-0, da fällt der Satz zwischen Danny und Steve auch oft und die sind ja noch mal etwas älter. Gefällt mir immer gut.

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  6. Liebe Nadine,

    ein schönes Fazit aus 23 Jahren. Bedeutende Themen, Dinge, die erst aufgekommen, Fragen, die man sich nun endlich selbst beantwortet hat. Ich kann in vielen Punkten nur nicken und bin gespannt, was als 24. Punkt dazu kommen wird 🙂

    Liebe Grüße
    Tina

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  7. Pingback: Was geschah… im September 2019 | Wörter auf Reise

  8. Hallöchen,
    ich liebe solche Beiträge! Habe im November zu meinem 25. auch einen geschrieben 🙂
    Dass manche Freundschaften nicht für die Ewigkeit sind, musste ich auch erst lernen. Es schmerzt leider sehr, wenn man total viel Energie reinsteckt, aber von der anderen Seite einfach nichts zurückkommt. Da muss man dann auch einfach mal an sich selbst denken und es lassen.
    Ich habe Yoga auch vor einer Weile für mich entdeckt. Und ich liebe es, was es für meinen Körper tut. Nur mach ich es nicht gerne ohne Anweisungen und gute Vidoes zu Yoga zu finden, finde ich total schwer.
    Ich wünsche dir noch ein schönes neues Jahr & liebste Grüße, Kate

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  9. Liebe Nadine, ich finde es wundervoll was du bereits mit 23 alles für dich gelernt hast! Das ist bewundernswert, viele in deinem Alter machen sich diese Gedanken noch nicht! Jede dieser Erkenntnisse macht dich stärker und reifer! Ich finde diesen Beitrag wirklich wundervoll ❤ Vieles davon kann ich nur unterstreichen, Yoga ist eine tolle Art mit vielen Dingen im Leben umzugehen und ich musste in den letzten Jahren auch lernen, was Freundschaft wirklich ist und was leider nicht mehr!
    Alles Gute fürs Neue Jahr ❤

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  10. Hallo Nadine,
    ja, auch mir macht bloggen spass und hab auch letztes Jahr wieder begonnen nach 2 Jahre pause. Eigentlich dachte ich hör auf aber seit es mir wieder besser geht, hab ich die Lust am Bloggen wieder gefunden. Auch wenn es kein Bücherblog mehr ist sondern ein Blog über mein Leben und Themen die mich bewegen.
    Was die Sozialen Medien angeht, da geht es mir wie dir.Es bring nichts alles schlecht zu reden, auch ich hab dank dieser so einige schöne Kontakte knüpfen können. Man muss einfach für sich rausfinden welches Medium seins ist. Ich bin nur noch mit dem Blog und Instagram unterwegs. Alles andere hab ich schon vor Jahren aufgegeben.
    Ja, auch wenn es uns manchmal schmerzt, Freundschaften kommen und gehen. Die einen bleiben ein leben lang, andere bereichern unser Leben nur für kurze Zeit. Was aber nicht heisst das diese schlechtere Beziehungen waren, wir haben uns einfach hinsichtlich so verändert das es dann irgendwann nicht mehr zupassen scheint. Aber so ist das Leben…
    Weinen als Schwäche, ja, so wird das leider auch heute noch in der Gesellschaft gesehen. Ich bin wie du, ich hab immer einen Grund zum weinen. Sei das wegen eines Filmes, eines Buches, aus Freude oder Wut. Emphatie ist etwas das heut zutage sehr oft fehlt. Auch wenn diese Charaktereigenschaft oft herangezogen wird, wirklich stark emphatische Menschen gibts nicht viel. Empathie ist ein inflationär verwendeter Begriff der oft mit Mitgefühl in Verbindung gebracht wird, was aber eben nicht das selbe ist. Die meisten Menschen kennen den Unterschied nicht genau so wenig wie den Unterschied von Gefühlen und Emotionen. Auch hier werden die beiden Dinge oft gleichgesetzt.
    Das mit der Überforderung kenn ich auch. Und ich bin noch immer dran am lernen damit umzugehen. Und wenn ich wünschen könnte, würde ich aufs Dorf ziehen. Ich bin ein richtiges Stadtkind, aber mir hat es inzwischen viel zu viele Menschen, es ist zu laut, zu hektisch und manchmal auch aggressiv. Ich würde schon gerne auf dem Land meine restliche zeit verbringen. Zumal meine Kinder jetzt alle Erwachsen sind und keine Schule besuchen müssen und sich selber fortbewegen können weil eigenes Auto und so *gg*
    Oh ja die Gesellschaftlichen Normen und Schubladen. Ich find es toll das du dir da keinen Stress mehr draus machst. Bei vielen Dingen klappt es auch bei mir sehr gut, bei anderen Zwängen hingegen lass ich mich immer noch sehr unter Druck setzen. Das hat aber auch mit Meier Problematik zu tun. Ich hoff das ich auch das irgendwann mal abstellen kann.
    Tolles Schlusswort das mit der Selbstakzeptanz, das sollte ich auch irgendwann hinbekommen, hoff ich.
    Schöner Beitrag und danke fürs Teilhaben lassen 😉
    Liebe Grüsse
    Alexandra
    #Bloggernetzwerk

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